Familie & Geschichte
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Die ältesten Nachrichten über den Namen Spreckelsen führen zurück in das mittelalterliche Stade. Dank der erhaltenen - mit dem Jahre 1286 beginnenden - Stader Stadtbüchern läßt sich die Familiengeschichte sicher bis ins ausgehende 13. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Als bisher ältester Namensträger ist der vor 1341 in Stade verstorbene Kaufmann Hinricus de Sprekenze bekannt. In weiteren Generationen finden wir in Stade und später in Hamburg Ratsherren und Geschworene des Wandschneideramtes, also Tuchfernhändler. Aus der Anfangszeit der Hamburger Oberalten - also nach der Reformation - ist das Familienwappen aus der Zeit um 1550 überliefert.
Die Geschichte des Namens Spreckelsen ist ein Spiegelbild der Zeitgeschichte, wenn auch begrenzt auf die kleine Region zwischen Weser und Elbe, die Chronik wird geprägt von Menschen der Vergangenheit und Gegenwart, sie berichtet von alltäglichen Schicksalen, von berühmten Bürgermeistern, Senatoren, Oberalten, von Gelehrten, Künstlern und Juristen, von einem dänischen Admiral, vom Zuckerkönig von Hawaii, von Bauern und Kaufleuten.
Die Pfingsthöge - das Familienfest
Am 12. Mai 1505 lud Johann von Spreckelsen - seinerzeit Hamburger Bürgermeister - seine Söhne, Töchter, Schwiegersöhne und alle, die sonst zur Sippe gehörten, "zur Erhaltung guter freundschaft und Einigkeit untereinander" zur 1. Pfingsthöge in sein Haus am Rödingsmarkt in Hamburg ein.Die Pfingsthöge sollte fortan alljährlich stattfinden, wofür Johann von Spreckelsen ein stattliches Kapital stiftete, mit dessen Zinsen die Beköstigung der Teilnehmerfinanziert werden sollte. Schlemmereien und Prassereien waren nach strengen Statut ausgeschlossen. Ein Vetter fungierte als Schaffer, der alle Familienmitglieder nach dem Stammbuch einzuladen, die Halle zu schmücken und für das Essen zu sorgen hatte. Abweichungen wurden nicht geduldet und mit Strafen geahndet.
Dies wurde für viele Jahre ein guter Brauch und den hielt anfangs überschaubaren Stamm in Freud und Leid zusammen, allerdings hatte der Stifter wohl nicht die sich schnell vergrößernde Familie berücksichtigt: so hatte zum Beispiel des Stifters Sohn Peter von Spreckelsen mit 5 Frauen 12 Kinder. Die Familie von Spreckelsen wurde schnell so groß, dass die Zinsen zur Deckung der bisher kostenlosen Bewirtung nicht mehr ausreichten, es aber auch keine genügend große Räume gab, um alle gleichzeitig zu beköstigen. Als von jedem dann jährliche Zuschüsse verlangt wurden, sich zudem "exclusive Cliquen" bildeten, die Vornehmeren sich von den ärmeren Verwandten absetzten, geriet die gute alte Zeit aus den Fugen, so dass 1625 mit der 120sten auch die vorerst letzte Pfingsthöge gefeiert wurde.
Erst 63 Jahre später - im Jahre 1688 - als sich das ursprüngliche Stiftungskapital auf 50.464 Mark vermehrt hatte, wurden alle Pfingsthöge-Interessenten am 3. Juli in den St. Marien-Magdalenen-Klostersaal zur Aufteilung des Vermögens eingeladen. So erhielten dann:
- • 24.000 Mark die Stadt Hamburg für den Bau eines neuen Zeughauses
- • die Zinsen von 10.000 Mark Pastor Dr. Mayer für seine Gymnasial-Lectionen, nach seinem Tod zu teilen zwischen dem Waisen- und Zuchthaus
- • 7.090 Mark die Waisen und das Zuchthaus zu gleichen Teilen
- • 4.261 Mark öffentliche und gemeinnützige einrichtungen der Stadt
- • 4.253 Mark bedürftige Familienmitglieder
- • 860 Mark an arme bekehrte Juden
Diese großzügige Spende wurde vom Senat bestätigt und umgesetzt, wie Dr. Otto Beneke 1868 in "Hamburgische Geschichten und Denkwürdigkeiten" berichtet.
Mit der Gründung der "Gesellschaft der Pfingsthöge derer von Spreckelsen" am 17. Mai 1986 in den Räumen des Alt-Hamburger Bürgerhauses von 1686 in der Deichstraße 37 wurde von den Namensträgern Spreckelsen dieser alte Brauch wieder aufgenommen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Pfingsthöge als kulturhistorische, traditionsgemäße Hamburger Veranstaltung fortzuführen. Aus den Vereinsstatuten geht hervor, dass die Zusammenkunft immer in Hamburg sein soll.
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Viele Gegenstände aus vergangenen Jahrhunderten erinnern uns in Hamburg auch heute noch an die Vorfahren: so der Taufstein in der Hamburger Michaeliskirche (1763), ein Kanonenrohr im Museum für Hamburgische Geschichte (1662) oder die Sprekelsblume - "Sprekelia" - benannt nach Dr. jur. Johann Heinrich von Spreckelsen (1691 - 1764), der in Hamburg den ersten privaten botanischen Garten anlegen ließ.
Ein Beitrag zur Person des Johann Heinrich von Spreckelsen.
(Aus dem Institut für Kulturpflanzenforschung der Deutschen Akademie der Wissenschaft in Gatersleben)
Die Pflanzengattung Sprekelia Heister und ihr Namenspatron Johann Heinrich von Spreckelsen (1691-1764)
* Von JOHANNES HELM Eingegangen am 10 März 1967
Die außergewöhnliche bizarre Schönheit der auffallend großen, in einem intensiven Zinnoberrot erstrahlenden Blüte von Sprekelia formosissima (L.) Herbert, die im derzeitigen Angebot leicht zu kultivierender Amaryllidaceenzwiebeln erstaunlicherweise kaum anzutreffen ist, war der Anlass, sich einmal etwas näher mit dieser in Mittelamerika beheimateten Pflanzengattung zu beschäftigen.
Auch ihr Namenspatron, JOHANN HEINRICH VON SPRECKELSEN - mit den führenden Botanikern seiner Zeit in engerer Verbindung stehend - verdient es, der Vergessenheit entrissen zu werden, wobei mannigfaltige Streiflichter auf die Botanikhistorie des 18. Jahrhunderts fallen. I. Sprekelia Heister Geschichte der Kultur in Europa Über den Beginn der Sprekelia-Kultur in Europa stellte bereits LINNE Nachforschungen an. In den heute scher zugänglichen, noch in Altschwedisch verfassten „Kongl. Swenska Wetenskaps Academines Handlingar" (III. 1742. S. 96 - 99) befasste er sich vor allem mit den in den letzten 150 Jahren von dieser Pflanze erschienenen Beschreibungen und Abbildungen und wertete speziell die letzteren hinsichtlich ihrer Originalität und Richtigkeit. * Herrn Prof. Dr. WILHELM TROLL in dankbarer Verehrung zum 70. Geburtstag am 3. November 1967.
(Beiträge zur Biologie der Pflanzen. BJ. 11)
SPREKELIA AMARYLLIDACEAE Jakobslilie
Gattung mit 1 Zwiebelpflanzenart, die in Mexiko und Guatemala auf felsigen Hängen vorkommen. Sie besitzen riemenförmige, grundständige Blätter und werden wegen ihrer großen, hübschen, 6-blättrigen, roten Blüten kultiviert, die manchmal gelb gemustert oder gestreift sind und im Frühjahr erscheinen. Blütezeit Frühjahr - Sommer. Mehrjährige, zwiebelbildende Pflanze mit schmalen, riemenförmigen, grundständigen, bis 60 cm langen Blättern.Blüten dunkelrot, bis 10 cm lang, einzeln, auf bis 30 cm hohem Stiel. Wegen ihrer eigenartigen kreuzähnlichen Form mit dem Kreuz der Ritter von St. Jakob von Calatrava verglichen (deutscher Name!). In einer Zwiebel befinden sich in der Regel mehrere, nacheinander im Wechsel mit Blättern angelegte Blütenstände, von denen oft jedoch nur einer zum Aufblühen gelangt. Mitunter kann man aber, wenn die Zwiebel im Topf nicht durch Umpflanzen gestört werden und im Winter bei niedrigen Temperaturen gehalten worden waren, im Frühjahr das Erscheinen mehrerer Blüten nacheinander aus derselben Zwiebel beobachten.
Wie ein sicheres Aufblühen aller angelegten Blütenstände zu erzielen ist, ist jedoch bisher nicht bekannt. Nicht winterhart. Pflege: Im Sommer im Topf am geschützten Standort, am besten im Frühbeet im Freien, in voller Sonne. Im Herbst hereinnehmen in kühles Zimmer, hell halten. Nach der Blütezeit im Frühjahr wieder ins Freie.
Berichte
- Grußwort von Bürgermeister Klaus von Dohnanyi von 1986
- Grußwort von Bürgermeister Dr. Henning Voscherau von 1996
- Danksagung des Hamburger Spendenparlaments anlässlich der Pfingsthöge 2004
- Erlebnisbericht der 135. Pfingsthöge am 10. Juni 2000
Aus der Presse